2015_Atomteller

Denkmäler des Irrtums

Mit Ihrer Edition von 19 Schmucktellern, die 19 deutsche Atomkraftwerke als Landschaftsbild zeigen, präsentiert das Berliner Gestalterduo Grau und Weissert eine Reflexion über Heimat, Fortschritt und Wahrnehmung: Hochwertig, wunderschön und äußerst widersprüchlich. Wandteller stehen für Heimat, Idylle, Nostalgie, für Windmühlen in Delfter Blau. Was Windmühlen früher waren, sind Atomkraftwerke heute: Energiebauwerke. Ihre ikonenhaften Silhouetten prägen die Landschaft und damit unser Heimatbild. Als Kathedralen einer technologischen Weltanschauung versprachen sie Unabhängigkeit und unendliches Wachstum.

Sie sind Zeugnis ihrer Epoche, Relikte des Fortschritts und Zeichen einer Zeitenwende. Die Tage der Windmühlen sind längst vergangen und nun neigt sich die Dämmerung über die Ära der deutschen Atomkraft. Höchste Zeit also, Atomkraftwerke als das zu zeigen, was sie sind: Denkmäler des Irrtums - Hoffnung von Gestern - Folklore von Morgen Ein Gedankenspiel führte Mia Grau und Andree Weissert zu der Idee einer futurnostalgischen Erzählung und sie machten daraus ein Objekt: die Atomteller. www.atomteller.de